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Liefern per Lastenrad: ADFC Rheinland-Pfalz will Stadtverkehr entlasten
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REGIONAL | Uebersicht Region
Samstag, den 07. April 2018 um 09:06 Uhr
Auch in Rheinland-Pfalz konzentriert sich das Leben zunehmend in Städten. Ein Effekt: Der innerstädtische Autoverkehr nimmt zu. Kompakte, wendige und flexibel einsetzbare Lastenräder machen das Auto im Stadtverkehr (fast) überflüssig. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub Rheinland-Pfalz räumt dem Cargo-Bike-Verkehr höchste Priorität ein. "Kleinere Einkäufe wie größere Transporte, auch die durch Profi-Zusteller, aber auch Kinderfahrten lassen einfach und oft sogar schneller mit dem Transportrad erledigen", so Christian von Staden, Vorsitzender des ADFC RLP. "Zumal es die meisten Modelle mit E-Motor zur Unterstützung der Muskelkraft gibt. Damit können auch weniger sportliche Fahrer punkten."

Da Lastenrädern immer kompakter und leichter werden und durch kleine Umbauten und praktisches Zubehör wie Körbe oder Taschen flexibel einsetzbar sind, steigt ihr Nutzwert etwa für Familien. Doch auch Lieferdienste, Handwerker und Selbständige kommen damit besser durch den Verkehr. "Wir wünschen uns politische Signale, die darauf abzielen, Fahrten mit Auto oder Transporter in den Städten durch Fahrten per Rad zu ersetzen" so der ADFC-Experte von Staden. "Man kann Zuschüsse oder Steuererleichterungen für den Umstieg gewähren, ebenso könnte es Lastenräder zum Testen geben, die Kleinunternehmer und Handwerker zum Umsteigen aufs Rad zu bewegen könnten. Schließlich ist jede zweite Fahrt in der Stadt kürzer als fünf Kilometer."
In Mainz gibt es einen Kundenzuschuss von den Stadtwerken über 600 Euro für ein Elektro-Lastenrad. Und: Als zweite deutsche Stadt nach München hat Mannheim eine Kaufprämie für gewerbliche E-Cargobikes beschlossen. Im März wurde bundesweit eine Kaufprämie für Schwerlastfahrräder und Gespanne eingeführt, allerdings ist eine Ladekapazität von mindestens 150 kg gefordert (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA unter www.bafa.de). Auch Cargobike-Sharing-Initiativen werden mittlerweile unterstützt, hier können Privatpersonen tageweise kostenlos Transporträder ausleihen.
Das internationale Mekka für Transportlösungen per Fahrrad ist die 23. Spezialradmesse in Germersheim: Transport- oder Cargoräder sowie Anhänger sind dort am 28. und 29. April mit über zwei Dutzend Ausstellern vertreten. Auf der "Spezi" kann man sich die neuesten Lastenrad-Modelle anschauen und auf dem eigenen E-Parcours auch Probe fahren. Durch kleine, leicht durchführbare Umbauten sind aktuelle Transportrad-Innovationen vielseitiger als konventionelle Bikes. Das seit Jahren wachsende Segment der Fahrrad-Lastenesel legt laut Aussage des Spezi-Veranstalters Hardy Siebecke immer weiter zu. Das zeige unter anderem, wie wichtig vor allem im städtischen Umfeld Transportfahrten per Muskelkraft – auf Wunsch elektrisch unterstützt – bereits sind. So lässt sich dem Verkehrskollaps in den Ballungsräumen entgegensteuern.
Neben Transporträdern gibt es Ende April in Germersheim außerdem Liegeräder, Falträder, Dreiräder, Tandems, Velomobile, E-Bikes und Pedelecs, Reha-Mobile, Fahrradanhänger, Ruderräder, Familienräder, Tretroller, Sesselräder und Zubehör rund ums Rad zu sehen.
(402 Wörter, 3.090 Anschläge)
Nähere Informationen zum ADFC Rheinland-Pfalz e.V. unter www.adfc-rlp.de oder auf  Facebook: www.facebook.com/adfcrlp.
(spa/Foto: Babboe)
Bildtext: Echte Transport-Alternative: Für den Umstieg aufs Lastenrad fordert der ADFC Rheinland-Pfalz politische Unterstützung.

 

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