"Mirabelle aus Nancy" Streuobstsorte des Jahres 2018
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Donnerstag, den 21. Dezember 2017 um 18:24 Uhr
Der Arbeitskreis "Obstsorten" im Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz e.V. hat die ´Nancy-Mirabelle`, wie die ‘Mirabelle aus Nancy‘ auch genannt wird, zur Streuobstsorte des Jahres 2018 für das Verbandsgebiet benannt. Die Mirabelle soll bereits im 15. Jahrhundert nach Frankreich gekommen sein. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts ist die ‘Mirabelle aus Nancy‘ auch bei uns in Deutschland bekannt und hat sozusagen ihren Siegeszug angetreten. Andere Mirabellensorten spielen heute kaum noch eine Rolle.

ur Erntezeit Ende August, fallen die leuchtend gelb gefärbten und sonnenseits rot gepunkteten Früchte schon von Ferne ins Auge. Das tiefgelbe Fruchtfleisch der ‘Mirabelle aus Nancy‘ schmeckt süß und ausgesprochen aromatisch. Liebhaber von guten Obstbränden schätzen sie sehr. Doch nicht nur in der Brennerei sind die Früchte begehrt, auch für Kuchen, Konfitüre, Gelee, zum Ein-machen oder für ein leckeres Mirabellen-Chutney eignen sie sich bestens.
Der Baum wächst stark und bildet eine breitkugelige, lockere Krone. Der Standorte sollte mit Be-dacht gewählt werden. Gute, nährstoffreiche und durchlässige Böden und eine geschützte Lage, gerne auch im Weinbauklima, sind Voraussetzung für hohe Erträge und schmackhafte Früchte. ‘Mirabelle aus Nancy‘ ist ausreichend selbstfruchtbar (selbstfertil), reagiert aber empfindlich auf nasskaltes Blühwetter. Die Erträge sind hoch, doch nach überreichem Behang ist im Folgejahr nur mit einer geringen Ernte zu rechnen (Alternanz).
Benannt wurde die Mirabelle nach der Stadt Nancy in Lothringen. Dort und in angrenzenden Ge-bieten werden zur Erntezeit häufig "Mirabellen-Feste" gefeiert. Auch Obstbauer im Saarland und in Rheinland-Pfalz haben diese Tradition aufgegriffen und erfreuen ihre Besucher zur Erntezeit mit frischen Früchten und leckerem Mirabellenkuchen.

Streuobstsorte des Jahres
Zunächst war alles gut! Über zweihundert Jahre, bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts, nahmen der Feldobstbau und die damit verbundene Sortenvielfalt einen großen Aufschwung. Eine Fülle von Obstsorten entstand. Obstwiesen verwandelten die Landschaft in eine blühende Kulturlandschaft. Doch dann wurde alles anders: Es wurden zunehmend besser zu bewirtschaftende niederstämmige Obstanlagen angepflanzt und die wirtschaftliche Bedeu-tung der Obstwiesen nahm ab. Folge war ein drastischer Rückgang der landschaftsprägen-den Streuobstwiesen, was natürlich auch zu einem Rückgang der Sortenvielfalt führte. Zahlreiche Obstsorten sind unwiederbringlich verloren gegangen oder sind stark gefährdet. So ging und geht ein bedeutendes Kulturgut - die Obstsortenvielfalt - mehr und mehr ver-loren.
Der Verband der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V. widmet sich der Erhal-tung der landschaftsprägenden Streuobstwiesen und setzt sich für die Erhaltung der Obst-sortenvielfalt ein. Eigens zu diesem Zweck wurde ein Arbeitskreis gegründet. Mitglieder sind die Fachberater für Obst- und Gartenbau Michael Keller, Landkreis St. Wendel, Harry Lavall, Saarpfalz-Kreis, Karl-Heinz Schmitt, Landkreis Merzig-Wadern und Robert Weber, Regionalverband Saarbrücken. Weitere Mitglieder sind Josef Jacoby, Obstbau und Obst-bauberatung in Mettlach-Tünsdorf, Herbert Ritthaler, Baumschuler in Hütschenhausen sowie Monika Lambert-Debong, Geschäftsführerin des Verbandes der Gartenbauvereine. Beratend stehen die bekannten Pomologen (Obstsortenkundler) Hans-Thomas Bosch und Richard Dahlem dem Arbeitskreis zur Seite.
Das Sortenerhaltungskonzept des Verbandes der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V. beinhaltet neben vielen weiteren Maßnahmen und Projekten, jedes Jahr die Auslobung einer Obstsorte als "Streuobstsorte des Jahres". Für das Jahr 2018 wurde die ´Mirabelle aus Nancy´ ausgewählt.
Diese Obstsorte, wie auch andere, die in unserer Region gefährdet sind, lohnt es zu erhalten

 

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