BECHER UND DIE GEGENWART

VIDEOS

URLAUB UND FREIZEIT

MENSCHEN

LESERBRIEFE

MEIST GELESENE ARTIKEL

NATUR UND UMWELT

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

MODE UND LIFESTILE

SOCIAL-BOOKMARKING

Hinzufügen zu: Facebook Hinzufügen zu: Mr. Wong Hinzufügen zu: Webnews Hinzufügen zu: Windows Live Hinzufügen zu: Favoriten.de Hinzufügen zu: Linksilo Hinzufügen zu: Readster Hinzufügen zu: Linkarena Hinzufügen zu: Del.icoi.us Information

Vielfalt in Baumkronen: Kaiserslauterer Wissenschaftler suchen mit 'Kronenraumforschungsturm' unentdeckte biologische Schätze direkt vor unserer Haustür
Drucken
NATUR UND UMWELT | NATUR UND UMWELT
Donnerstag, den 09. Juni 2011 um 16:28 Uhr

Bereits Alexander von Humboldt war im 19. Jahrhundert von der Vielfalt in Baumkronen fasziniert. Heute weiß man, dass ca. 40 Prozent aller bekannten Arten in den Baumkronen beheimatet sind. Aus diesem Artenreichtum an Organismen gehen potentiell ökonomisch attraktive Wert- und Wirkstoffe hervor, doch wurden die meisten bisher nicht untersucht. Auch die tatsächliche Artenzahl kann um einiges höher liegen und über das Zusammenwirken aller Arten auf Ökosystemleistungen wie Nährstoffverfügbarkeit, Photosynthese, Wasserrecycling oder Feinstaubfiltrierung klafft eine große Wissenslücke. Und dies, obwohl bekannt ist, dass Baumkronen ein Hot Spot der Biodiversität darstellen und die Blattoberfläche der Vegetationen größer ist als die gesamte Oberfläche der Erde.

Die von der Natur bereitgestellten Schätze und Potentiale in den Baumkronen werden nun von Biologen der Abteilung „Pflanzenökologie und Systematik“ an der TU Kaiserslautern in einem transdisziplinären Projekt erforscht. In Kooperation mit dem Fachbereich Architektur und dem Forstamt Kaiserslautern wird hierzu ein bisher einzigartiger Kronenraumforschungsturm im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen erstellt, welches das größte zusammenhängende Waldgebiet Europas umfasst. Hohe Anforderungen wurden von den Biologen vorgegeben, um eine umweltverträgliche Langzeitforschung zu realisieren ohne das Baumkronenökosystem zu beeinflussen. Der Turm darf auf minimaler Grundfläche (3 x 3m) Prozesse im Waldboden kaum stören, muss sich 36 m hoch zwischen die Baumkronen schieben, darf keine seitlichen Abspannungen besitzen und muss den Forschern in den verschiedenen Stockwerken des Waldes Bewegungsfreiheit bieten - dass alles möglichst aus Nachwachsenden Baustoffen und ohne giftiger Imprägnierung, die die angrenzende Mikroorganismen beeinträchtigen können.
Mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Innovation Rheinland-Pfalz wird dieses ehrgeizige Projekt nun von dem Team um Dr. Michael Lakatos, Prof. Burkhard Büdel und Prof. Helmut Klein-Kraneburg verwirklicht. Der Turm strahlt damit als Alleinstellungsmerkmal und fachlich neuer Impuls der mikrobiellen Kronenraumforschung weit über die Grenzen hinaus - obwohl man ihn in der Nähe von Trippstadt kaum sieht, da er sich als Holzbauwerk ästhetisch in das Waldbild einfügt. Ausgestattet mit ökologischen und meteorologischen Messinstrumenten wird er uns zukünftig nicht nur Klimadaten, sondern auch neue Erkenntnisse zum Artenschutz und zu Ökosystemprozessen bereitstellen.
Eine Zusammenfassung der Turmerrichtung ist am 10. Juni um 18:40 Uhr in SWR-Wetter zu sehen. (spa/Foto: Privat)
 

 

Kommentare können erst nach einer Anmeldung auf unserer Seite abgegeben werden.
Neue Einträge werden erst nach Freischaltung sichtbar.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite.