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Ehemals jüngster Pfarrer Deutschlands wird 60 - Speyerer Dekan Friedhelm Jakob verbindet Kirche und Sport
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LEBEN | MENSCHEN
Mittwoch, den 09. März 2011 um 19:06 Uhr

Heimatverbundenheit - dieser Begriff zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben des Speyer Dekans und Pfarrers an der Gedächtniskirche Friedhelm Jakob, der zusätzlich das Amt des Präsidenten des Pfälzer Handball-Verbandes bekleidet. Der im Jahr 1951 in Speyer geborene und in Schwegenheim aufgewachsene Jubilar, der am 9.März seinen 60. Geburtstag feierte, nennt bei der Frage nach seinen Wurzeln neben den bereits genannten Orten auch die Gartenstadt in Landau als geistige Heimat.

Dort besuchte er das Gymnasium und war später Vorsitzender der Evangelischen Jugend als auch des Stadtjugendrings. Eine besonders inniges Verhältnis verbindet ihn zudem mit dem, Ludwigshafener Vorort Edigheim, wo er 20 Jahre lang seine erste Pfarrstelle innehatte. Beim Gespräch mit speyer-aktuell sagte er: "Ich kann mir gut vorstellen in zweieinhalb Jahren, wenn ich aus dem Amt ausscheide, wieder nach Edigheim zu ziehen. Dort lebt schließlich meine Tochter."
Beim Rückblick erinnert er sich noch gut an seine Gefühle im Jahr 1976, als ihn die Landeskirche nach  Beendigung seines Vikariats nach Ludwigshafen schickte: "Als ich diese Nachricht erhielt war mir, als ginge die Welt unter. Ausgerechnet eine Pfarrerei in Ludwigshafen. Doch Oberkirchenrat Mayer ließ keinen Widerspruch gelten und gab dem jungen Pfarrer folgende Worte mit auf den Weg: " Natürlich ist das eine schwierige Gemeinde und wir werfen dich ins kalte Wasser - entweder du kannst schwimmen, dann genießt du meinen ganzen Respekt. Falls nicht werde ich dich schon wieder herausziehen." Heute ist auch Edigheim für Jakob ein Stück Heimat geworden. Den Begriff Heimat verbindet er mit Stätten, "wo Menschen leben, die einem sehr wertvoll geworden sind." Im evangelischen Schwegenheim, wo er groß geworden ist, besaß die Familie Jakob einen Kolonialwarenladen.

Alleine durch das protestantisch geprägte Elternhaus ergaben sich für ihn naturgemäß erste Kontakte zur Kirche. Geprägt wurde der junge Friedhelm zudem durch den Konfirmandenunterricht, den er nicht nur in seinem Wohnort sondern auf Wunsch von Pfarrer Achim Kreiter auch in Landau besuchte. Jakob erinnert sich noch gut an die Prophezeiung des Dorfschmieds Dambach, der ihn nach seiner Konfirmation mit den Worten bedachte: "Friedhelm, du wirst ganz bestimmt einmal Pfarrer!" Kreiter war es auch, der wesentlich zum Entschluss des Gymnasiasten Jakob beitrug, nach dem Abitur Theologie zu studieren, denn er wurde nach dem plötzlichen Tod des Vaters dem Elfjährigen nicht nur väterlicher Freund sondern war zugleich später auch Mentor, der an Friedhelms Schule auf der Suche  nach Freiwilligen zur Teilnahme an einer Diskussionsrunde die Voraussetzung einer Bildung von Jugendgruppen schuf. "Dies hatte durchschlagenden Erfolg ", erinnert sich Jakob noch heute mit begeisterter Stimme. "Wir hatten in unserer Funktion als Leiter teilweise über 80 Kinder zu betreuen." Pfarrer Kreiter sei mit seinem Engagement in großem Maße mitverantwortlich gewesen, die Selbständigkeit der jungen Leute zu fördern und sie dadurch zu ermuntern, die Welt um sich zu erschließen. "Seinerzeit ging mir auf einmal der Gedanke durch den Kopf, einmal in seine Fußstapfen treten zu wollen. Wir standen den damaligen Ereignissen durchaus auch kritisch gegenüber, zum Beispiel dem Vietnamkrieg."
Im Vergleich dazu findet er die  junge Generation heutzutage zu angepasst und bemängelt deren Selbstverständlichkeit und Einstellung, die Überflussgesellschaftunserer westlichen Kultur als gegeben anzusehen. Sein Entschluss, Theologie zu studieren, war indes mit dem Schulabschluss gereift. Zur Sicherheit wählte er am Studienort Heidelberg Psychologie als Zweitfach dazu. Eine Entscheidung, die er später nicht nur aus Zeitmangel wieder rückgängig machte sondern auch deshalb, "weil zu viele Leute um mich herum waren, die nur ihrer selbst willen das Fach belegt hatten. Als vorteilhaft für das Studium erwies sich für den jungen, erst achtzehnjährigen Studenten gerade dieTatsache, dass Vater Jakob an den Folgen einer Kriegsverletzung gestorben war und er somit nicht zum Wehrdienst eingezogen werden konnte.

Friedhelm Jakobs Wunsch, den Kriegsdienst mit der Waffe unbedingt verweigern zu wollen, wurde dadurch Makulatur. "Weil meine Halbwaisenrente nur auf zehn Semester begrenzt war, studierte ich fleißig und war 1976 im Alter von 25 Jahren plötzlich jüngster Pfarrer Deutschlands. Die Jahre zuvor verbrachte er mit Studien in Berlin bei den Themen Kirchbau, Theologiegeschichte in der Zeit 1918 bis 1935 sowie dem Seminar "Die Würde des Menschen unter theologischen und philosophischen Gesichtspunkten".
Sein Diplom als Pfarrer erhielt er  am dritten Studienort Mainz, wo er auch im Fach Sozialpädagogik eingeschrieben war. Beinahe hätte ihn sein Lebensweg  zurück nach Berlin geführt, aber schließlich folgte er doch dem Ratschlag seines Ersatzvaters Kreiter, wieder in die Heimat zurückzukehren.
 Jakob absolvierte seine Praxiszeit als Vikar in Mutterstadt. Dort durchlief er drei Schwerpunkte. An der Schule, als Praktikant in der Gemeinde sowie im Spezialbereich bei Dr. Friebel in der Erziehungsberatung. Besonders bei Friebel habe er viel dazulernen können, sagte er im weiteren Gesprächsverlauf. Auf seiner Pfarrstelle in Ludwigshafen-Edigheim habe er sich später mehr als einmal die Frage gestellt, warum nicht einmal anderswo seelsorgerisch tätig zu sein, zum Beispiel bei einem Aufbauprojekt in Ghana. "Aber diesmal war es meine Frau, die dagegen stimmte, die Heimat zu verlassen.
Auf die Frage, wann er Dekan im Kirchenbezirk Speyer geworden sei, antwortete er: " Das war im Jahr 1997. Zuvor hatte ich mich jedoch für Ludwigshafen beworben. Zu meiner und auch der Ludwigshafer  Überraschung, war diese Bewerbung nicht erfolgreich. In der Gemeinde, aber auch in der Stadt genoss ich enormen Rückhalt. Aber es gab wie überall auch einflussreiche Neider, die hinter meinem Rücken eine Gegenkampagne gestartet haben aus Angst, ich käme ihnen nach meiner Wahl wohl in die Quere. Ich hatte dann eigentlich keine Ambitionen mehr, eine höhere Funktion in der Kirche auszuüben.

Der damalige Präsident der Landeskirche Eberhard Chedron und Pfarrerin Barbara Abel richteten die Anfrage an mich, den Posten eines Dekans in Speyer zu übernehmen." Seit der erfolgreichen Kandidatur ist Dekan Jakob zugleich Pfarrer an der Gedächtniskirche in der Domstadt und im Ehrenamt Vorsitzender des Bauvereins " Der Herausforderung Bauverein habe ich mich stets mit Liebe gestellt, fuhr er fort. "Ich bin jahrelang auf der Baustelle herumgeturnt, bis alles fertig war." Seine Aufgabe als Leiter des zweitgrößten Einzeldekanats habe, wie er betonte, an Umfang zugenommen. "Bei uns Protestanten steckt darin auch das Wort "leiden", weil man mitunter hohen Spannungen ausgesetzt ist, und einen Balanceakt zwischen den  positiven und negativen Rückmeldungen ausüben muss. Es bedarf schon einer gewissen"Konfliktbewältigungsfähigkeit, um diese Aufgaben im gesamten Dekanat am Laufen zu halten. " Dazu zählen seiner Meinung nach das Bewältigen einer "reduzierten Situation", wie es Jakob nennt. "Uns ist auferlegt, drei Stellen im Dekanat einzusparen. Ich muss muss eine Lösung finden, wie sich die veränderte Situation durch besseres Verzahnen, Vernetzen, und Austausch der Mitarbeiter untereinander umsetzen lässt.  Als einen weiteren bedeutenden Schwerpunkt meines Handelns bis zu meiner Ablösung betrachte ich den Erhalt des Verwaltungsstandortes Speyer mit seinen rund 20 Stellen." Dies habe man nach der nicht gerade einfachen Fusion mit Germersheim bisher ganz gut  gelöst. "Ich werde mich bis zum Ruhestand dafür einsetzen, damit Seelsorge, Gottesdienst und soziale Fürsorge die ihnen zukommende Bedeutung bewahren." Ein tiefer Einschnitt im Leben des Friedhelm Jakob, der mittlerweile zum zweiten Male verheiratet ist, war der Tod seiner ersten Frau im Jahre 1999. "Damals stellte ich mir die Frage,ob ich meine Aufgabe im Dekanat weiterhin in vollem Maße auszufüllen in der Lage sei. Gerade ist es nur wenige Tage her, dass nach plötzlicher, notwendiger Einlieferung in die Klinik sein Sportkamerad und Schiedsrichterwart Hans Thomas gestorben war. Mit diesem traurigen Brückenschlag

leitet Jakob über zu seinem Ausgleichshobby, nämlich seiner Funktion als Leiter des Pfälzischen Handballverbandes. Jakob, der mit Leib und Seele Leichtathlet beim ASV Landau war und speziell als Mittelstreckenläufer eine gute sportliche Figur machte, hatte stets auch ein Herz für den Fußball. So trat er der Lehrersportgemeinschaft bei und gründete die "Kickenden Kindergartenväter" seines Kindergartens, die es immer noch gibt. In der Pälzer Parrer"- Auswahl kam er in der ganzen Welt herum und spielte in Israel, Südafrika, Chile und auch in Italien für soziale Zwecke. Zum Handball kam er in Edigheim durch seinen Sohn. Zuerst war er aktiv als Jugend- dann als Abteilungsleiter. Zwei Posten beim Verband folgte dann im Mai 2008 in Assenheim die Wahl zum Verbandspräsidenten. "Um fit für die Zukunft zu werden, trete ich dafür ein, mit Rheinhessen und dem Rheinland unsere drei Verbände stärker aneinanderzubinden, wie es schon jetzt in der Jugendarbeit praktiziert wird. Des weiteren setzte ich mich zusätzlich für einen dauerhaften Verbund mit dem Saarland ein. Mit diesen Schritten wären wir nicht nur in der Breite gut vertreten sondern auch in der Lage Spitzenhandball zu zeigen.
Jakob liegt es am Herzen, dass gerade die Vereine der stärksten Handballliga der Welt dafür sorgen, ihre eigenen Nachwuchsspieler in die Mannschaften einzubauen und nicht nur auf ausländische Stars zu setzen. "Wer Jugendliche gewinnen will, muss ihnen auch etwas bieten, lautet die Quintessenz Jakobs, dem speyer-aktuell alles erdenklich Gute für die Zukunft sowie eine schöne Feier an seinem Ehrentag wünscht. (da/Foto: ks)

 

 

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